Wasserverfügbarkeit
Die Folgen des Klimawandels erfordern ein radikales Umdenken. In Mitteleuropa hatte man bisher in weiten Bevölkerungskreisen die ungehinderte Wasserverfügbarkeit und Nutzung als etwa Selbstverständliches angesehen, welche lediglich durch die Preisgestaltung gebremst wurde.
Dass Wasser aber nicht mehr in der selben Menge wie früher verfügbar ist, sieht man an den teils dramatischen Niedrigwasserständen in Flüssen und Seen, welche insbesondere im Rhein zunehmend existenzbedrohend sind und zu enormen wirtschaftlichen Schäden führen.
Der Rhein ist die wichtigste europäische Binnenwassertraße. Damit das auch in Zukunft so bleiben kann, müssen Maßnahmen realisiert werden, welche das Potenzial haben, die erforderliche Wasserverfügbarkeit dauerhaft zu gewährleisten.
Hierzu muss im Prinzip das Wasser, welches durch Niederschläge in höheren Lagen fällt, dort in planbaren und notwendigen Mengen regulierbar möglichst lange verfügbar bleiben. Diese Aufgaben haben künstliche Wasserspeicher mit Staubecken bisher weitgehend erfolgreich gewährleistet.
Wasserspeicher durch Staudämme in Höhenlagen sind begrenzt und können daher nur einen kleinen Teil der notwendigen Maßnahmen zur bedarfsgerechen Wasserverfügbarkeit abdecken.
Regen in Städten fließt ungenutzt durch die Kanalisation ab und in landwirtschaftlichen Flächen ist es im Prinzip auch nicht besser. Wenn Regenwasser im Überfluss vorhanden ist, sollte man diese Wassermengen möglichst weit in höheren Lagen vorübergehend an geeigneten Orten speichern, um sie bei Bedarf abgeben zu können. Die Realisierung erfordert allerdings ein radikales Umdenken und weitsichtige gesellschaftliche und politische Entscheidungen, um die Geschenke der Natur sinnvoll zu nutzen.
Da Wasser üblicherweise nach unten abfließt, sollte man es so zwischenspeichern, dass es bei Bedarf ohne zusätzliche energetische Maßnahmen abfließen kann. Das bedeutet in Städten, dass lageabhängig in Neubauten derartige Wasserspeicher bereits in der Planung berücksichtigt werden sollten.
Das Wasser ist dadurch ja nicht einfach weg, sondern es kann dann genutzt werden, wenn es gebraucht wird. Gleichzeitig werden die wichtigen Wasservorräte in den Stauseen geschont.