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Gletscherschwund

Gletscher befinden sich in einem ständigen Gleichgewicht zwischen Eismassengewinn (durch Neuschnee im Nährgebiet) und Massenverlust (durch Schmelzen im Zehrgebiet). Seit dem Jahr 2000 ist das Eisvolumen der Schweizer Gletscher um nahezu 40 Prozent gesunken. 

Die Albedo beschreibt das Rückstrahlvermögen einer Oberfläche. Kunstschnee kann die Albedo lokal deutlich erhöhen, typischerweise auf Werte von 0,6–0,9, je nach Körnung und Reinheit. Wie lange dieser Schnee liegen bleibt, hängt stark von Temperatur, Strahlung, Wind, Untergrund und Beschneiungsmenge ab – meist Tage bis Wochen, in kalten Perioden auch mehrere Monate. 

Vor allem durch Verschmutzung kommt es zu einem Albedo-Verlust. Naturschnee hat eine Albedo von ca. 0,8 - 0,9, als eine Rückstrahlung von 80 - 90%. Reiner Kunstschnee mit feiner Körnung etwa 0,6 bis 0,9. Das bedeutet, dass auch Kunstschnee die Albedo massiv erhöhen kann. Die Wirkdauer ist stark abhängig von der lokalen Witterung sowie von der Verschmutzung. Bei Temperaturen unter 00C und wenig Sonne kann Kunstschnee durchaus einige Wochen zur Erhöhung der Albedo beitragen. 

Eine lang andauernde Erhöhung der Albedo durch Kunstschnee ist in den Alpen nur in sehr hohen Lagen realistisch – oberhalb von etwa 2.500–3.000 m. In diesen alpinen Hochlagen bleiben Temperaturen über weite Teile des Winters oft bis in den Frühling stabil unter 00C. Kunstschnee bleibt dadurch oft lange liegen, wodurch die Albedo über Wochen bis Monate hoch bleibt. Dabei profitieren Gletscherflächen am stärksten durch Verzögerung des Schmelzen statt Verhinderung. Kunstschnee alleine kann die Gletscher zwar nicht retten, aber das Abschmelzen verlangsamen. 

Unterhalb von etwas 2000 m schmilzt Kunstschnee schnell infolge steigender Temperaturen und häufigen Tauphasen.

Kosten der künstlichen Bechneiung

Um Soforteffekte zu erzielen, ist die künstliche Beschneiung in alpinen Hochlagen wahrscheinlich am wirkungsvollsten. Das Potenzial dieses Verfahrens ist noch nicht ausgereizt und benötigt neben Überzeugungsarbeit und wissenschaftlicher Begleitung auch unternehmerische und technische Unterstützung sowie eine zukunftsfähige Finanzierung.

Bei dem Stichwort Finanzierung nimmt der Begeisterungswille von Interessenten und potenziellen Partnern vermutlich schnell ab. Bei richtiger Betrachtung der Problematik des Gletschersterbens ist eine Unterstützung aber keine finanzielle Einbahnstraße. 

 

Es gibt verschiedene Szenarien und entsprechende zu erwartende Folgen. 

Man kann z.B. nichts unternehmen und abwarten. Nach bisherigen Erkenntnissen wird dann das Gletschersterben ungebremst fortschreiten.

Besser, aber nicht kostenlos ist dagegen die Verwendung von Kunstschnee zur Verbesserung der Albedo. Um dadurch eine möglichst lang andauernde hohe Albedo zu erzielen, muss die Beschneiung bedarfsgerecht in kritischen Regionen wiederholt werden. Je schneller der Kunstschnee taut, z.B. in tieferen Regionen, desto mehr müssen dann Zeiträume mit Temperaturen unter 00C genutzt werden, z.B. auch nachts. 

 

Aber wer bezahlt das alles?

Theoretisch eigentlich ganz einfach: diejenigen, die davon profitieren können und wollen. 

  • Tourismus und Wintersport

  • Die Natur profitiert für die meisten Nutzer unsichtbar.

  • Schmelzwasser, Wasserversorgung, Energiegewinnung, Binnenwasserstrassen